Wohn-Riester

Die Förderung bei Wohn-Riester unterscheidet sich nicht von anderen Riester-Verträgen. Es gibt aber zusätzliche Regeln rund um die Immobilie und die Versteuerung. Beim Wohn-Riester gibt es folgende Gestaltungsmöglichkeiten: Sie können ein angespartes Guthaben aus einem Riester-Vertrag entnehmen oder ein Riester-Darlehen mit laufenden Beiträgen tilgen.

Für viele Bürger ist die eigene Immobilie die Altersvorsorge. Dabei sollten Sie aber nicht vergessen, dass ein Haus instandgehalten werden muss und Sie auch von etwas leben müssen. Wir vertreten daher die Auffassung, dass eine Immobile ein guter Teil der Altersvorsorge ist, aber auch eine ausreichende Rente zum Leben da sein muss. Jeder sollte sich daher genau überlegen, ob er Riester für die Rente oder die Immobilie nutzt.

Als Erstes ist zu prüfen, ob Ihre Immobilie die Bedingungen für Wohn-Riester erfüllt:

  • Sie müssen Eigentümer oder zumindest Miteigentümer sein.
  • Sie müssen die Immobilie selber zu Wohnzwecken nutzen.
  • Die Immobilie muss Ihr Hauptwohnsitz sein.
  • Die Immobilie muss sich in einem Land der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR, z.B. Norwegen) befinden.

Gefördert werden auch ein eigentumsähnliches oder lebenslanges Dauerwohnrecht, Baumaßnahmen zur Barrierefreiheit und der Kauf von Anteilen an einer Wohnungsgenossenschaft.

Bevor Sie Wohn-Riester nutzen, sollten Sie die Spielregeln kennen und sich überlegen, ob Sie die Voraussetzungen für die Riester-Förderung auch langfristig einhalten können. Bis 20 Jahre nach Beginn der Auszahlungsphase müssen Sie entweder in der Immobilie wohnen oder bei jeder Veränderung darauf achten, dass Sie die Regeln zur Selbstnutzung weiterhin einhalten. Ansonsten müssen Sie gefördertes Kapital nachversteuern.

Wenn Sie die geförderte Immobilie verkaufen, verschenken oder vermieten, müssen Sie sich innerhalb von fünf Jahren wieder eine förderfähige Immobilie zulegen. Ansonsten droht die Nachversteuerung. Ausnahmeregelungen gibt es nur z.B. bei Tod oder Scheidung.

Auch beim Wohn-Riester fallen nachgelagert Steuern an. Da keine Rente ausgezahlt wird, hat sich der Gesetzgeber als Grundlage für die Besteuerung das Wohnförderkonto ausgedacht. Das ist eine Art Merkzettel, auf dem die Zulagenstelle alle geförderten Tilgungen und Zulagen vermerkt. Allerdings werden die geförderten Beträge nicht einfach zusammengezählt. Als Ausgleich für die frühzeitige Nutzung wird der Betrag zusätzlich jährlich mit 2 % verzinst.

Auf dem Wohnförderkonto kann sich über eine lange Laufzeit, ein ziemlich großer Betrag ansammeln, den Sie als Rentner versteuern müssen. Wenn die Rente ohnehin knapp ist, kann das schmerzhaft werden. Da hilft auch der niedrigere Grenzsteuersatz wenig.

Bei der Versteuerung können Sie zwischen zwei Möglichkeiten wählen:

  1. Sie versteuern den gesamten Betrag auf einmal. Dann erhalten Sie darauf einen Nachlass von 30 %. Ob das sinnvoll ist oder die Steuerprogression Sie ein- oder gar überholt, sollte geprüft werden.
  2. Sie versteuern ab Beginn der Auszahlung bis zu Ihrem 85. Lebensjahr jährlich einen gleichbleibenden Teil.

Die Anbieter von Wohn-Riester, also hauptsächlich Bausparkassen und Banken, stellen heraus, dass Sie als Kunde mit deren Produkten „günstiger“ an Ihr Eigenheim kommen. Das ist Augenwischerei! Die Riester-Förderung bekommen Sie auch auf anderem Weg, idealerweise mit einer fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung (siehe hierzu unsere weiteren Riester-Beiträge). Die Guthabenzinsen der Bausparkassen liegen nur knapp über 0 % und die Zinsen für das Bauspardarlehen bei ca. 2,5 %.

Lassen Sie sich von einem unabhängigen Finanzierungsprofi ausrechnen, ob bei den derzeit sehr niedrigen Baufinanzierungszinsen ein Hypothekendarlehen bei einer Bank, ggf. kombiniert mit einem Bausparvertrag nach Ablauf der Zinsbindung, zumindest auf lange Sicht, nicht eine günstigere Lösung für Sie ist als die teilweise komplizierten Modelle der Bausparkassen.

Wohn-Riester ist außerdem immer nur ein (kleiner) Teil Ihrer Baufinanzierung, da die Riesterförderung begrenzt ist. Für den größeren Teil der Darlehenssumme benötigen Sie also ohnehin eine weitere, möglichst günstige Lösung.

Wir empfehlen Ihnen die Zusammenarbeit mit dem folgenden, unabhängigen Kreditvermittler, der einen umfassenden Marktüberblick hat und auch Fördermittel in die Finanzierung einbaut, wenn es sinnvoll ist:

Wohn-Riester kann interessant sein, wenn Sie zu wenig Eigenkapital haben oder Sie die Riester-Förderung einsetzen müssen, um überhaupt eine Finanzierung zu bekommen. Bei der momentanen Zinslage ist unser Ratschlag: Wenn Sie einen Riester-Vertrag abschließen, dann für die Rente!


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