Der letzte Wille

Machen Sie Ihr Testament!

Es kostet Überwindung, sich mit der eigenen Sterblichkeit zu beschäftigen. Aber wer es zu seinen Lebzeiten versäumt, die Dinge eindeutig zu regeln, hinterlässt möglicherweise einen Scherbenhaufen. Dabei ist das Verfassen eines Testaments ziemlich einfach, wenn einige grundsätzliche Regeln beachtet werden.


Liebes Geld – Böses Blut

„Opa hatte mir die Briefmarkensammlung versprochen. Das weiß ich ganz genau.“ „Vater wollte nicht, dass Onkel Manfred etwas erbt!“ „Ich habe Mutter die letzten Jahre alleine gepflegt und jetzt soll meine Schwester fast alles erben!?“

Fast jeder kennt sehr unerfreuliche Geschichten zum Thema Erbstreitigkeiten. Wenn kein Testament vorhanden ist, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Diese ist regelmäßig der Auftakt für teure familiäre Auseinandersetzungen vor Gericht. Die Hinterbliebenen verlieren deshalb oft das Vertrauen in die familiäre Gemeinschaft und einen Teil des Erbes durch die Anwaltskosten.

Ein einfaches Schriftstück

Machen Sie Ihr Testament. Das hört sich zwar gewaltig an, ist aber im Grunde ganz simpel. Ihren letzten Willen müssen Sie handschriftlich verfassen oder von einem Notar aufsetzen lassen. Damit es rechtsgültig ist, muss das testamentarische Vermächtnis mit Datum, Ort und persönlicher Unterschrift versehen sein. Das gilt auch für spätere Ergänzungen.

Öffentliche Testamente werden vom Notar in die amtliche Verwahrung des Nachlassgerichtes gegeben. Aber auch handschriftliche Verfügungen können beim Nachlassgericht hinterlegt werden. Das privat hinterlegte Testament sollte am einem sicheren, aber den Erben bekannten Ort aufbewahrt werden. Wird es erst nach dem Tod gefunden, so sind die Hinterbliebenen zur Abgabe beim zuständigen Nachlassgericht verpflichtet.

Klar Schiff machen

Bevor Sie Ihr Testament verfassen, sollten Sie eine Vermögensanalyse durchführen, mit der die folgenden Fragen geklärt werden:

  • Welchen Teil meines Vermögens benötige ich selbst?
  • Welchen Teil werde ich bereits zu Lebzeiten verschenken?
  • Welcher Teil wird vererbt?

Wir als Ruhestandsplaner, ansonsten Anwälte oder Notare helfen dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. Im zweiten Schritt sollten Sie dann klar festgelegen, wem Sie welche Sach- und Vermögenswerte in welcher Form zukommen lassen möchten.

Begünstigt nach Gesetz

Wenn kein Testament gemacht wurde, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Sie repräsentiert zwangsläufig regelmäßig nicht den Willen des Verstorbenen. Wussten Sie, dass Verwandte zweiten und dritten Grades automatisch miterben, wenn im Testament nichts Gegenteiliges veranlasst wurde? Oder dass der Lebensgefährte ohne Trauschein nur dann etwas erbt, wenn er im Testament bedacht wurde?

Liegt nach Ihrem Tod kein Testament oder Erbvertrag vor, werden die folgenden Erben nach Rangordnung begünstigt:

  • Der Ehepartner des Erblassers
  • Abkömmlinge des Erblassers (eheliche und adoptierte; z.B. Kinder, Enkel und Urenkel des Erblassers)
  • Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (z.B. Geschwister des Erblassers sowie deren Kinder und Kindeskinder)
  • Großeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (z.B. Tanten und Onkel des Erblassers sowie deren Kinder und Kindeskinder)

Wenn kein Erbberechtigter auffindbar ist, fällt das Erbe an den Staat.

Freibeträge für die Erben

Im Zuge der letzten Steuerreform wurden die Freibeträge für viele Erben großzügig erhöht. Vor allem Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder und Enkel können mehr steuerfrei erben als vorher. Höher besteuert werden dagegen Geschwister, Neffen und Nichten sowie entfernte Verwandte.
Erst nach Abzug der Freibeträge und Verbindlichkeiten verlangt das Finanzamt Erbschaftsteuer auf die restliche Summe.

Richtig vererben

Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, alles richtig zu machen:

  • Haben Sie Verwandten oder Freunden schon zu Lebzeiten Geld, Schmuck, Möbelstücke oder Kunstgegenstände versprochen? Halten Sie alles eindeutig in Ihrem letzten Willen fest.
  • Handeln Sie nicht aus einer Laune heraus. Auch wenn Ihre Tochter gerade mit einem Taugenichts durchgebrannt ist oder Ihr Sohn das Studium schmeißen will, sollten Sie beim Verfassen Ihres Testaments einen kühlen Kopf bewahren und langfristig denken.
  • Formulieren Sie alles klar und eindeutig. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von uns, einem Notar oder Rechtsanwalt beraten.
  • Versehen Sie Ihr Testament, ebenso spätere Änderungen oder Ergänzungen unbedingt mit Ort, Datum und Ihrer eigenhändigen Unterschrift.
  • Hinterlegen Sie Ihr Testament bei einem Notar oder beim zuständigen Nachlassgericht. Falls Sie es privat hinterlegen möchten, informieren Sie Ihre Angehörigen über den Aufenthaltsort.
  • Definieren Sie genau, welchen Teil Ihres Vermögens Sie selbst verbrauchen, und welchen Sie vorzeitig verschenken bzw. vererben möchten. Wir unterstützen Sie bei der Analyse und Strukturierung Ihrer Vermögensverhältnisse.

Sprechen Sie uns als Ruhestandsspezialisten konkret auf dieses Thema an. Gerne helfen wir Ihnen bei der Suche nach einem passenden Rechtsanwalt oder Notar, der Sie in Ihrem Vorhaben unterstützt.


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