Die selbst gemachte Rente

Eine verlässliche Strategie für den Ruhestand?

Wer seinem Vermögen eine monatliche Rente entnehmen möchte, kann sich böse verrechnen. Die Gründe sind: Niedrige Zinsen, Inflation und ein unerwartet langes Leben.


Stellen Sie sich vor, Sie sind oder werden in absehbarer Zeit 65 Jahre alt, haben 100.000 Euro an Kapital angespart und gehen davon aus, dass Sie 85 Jahre alt werden. Wie viel Geld haben Sie damit monatlich zur Verfügung? Vermutlich rechnen Sie ähnlich wie die Probanden einer Marktforschung zu diesem Thema: Sie teilen das vorhandene Kapital durch die restlichen Lebensjahre und das Ergebnis anschließend durch 12. In unserem Beispiel also:

100.000 Euro : 20 Jahre : 12 Monate = 416 Euro

Die monatliche Rente liegt in dieser vereinfachten Berechnung bei 416 Euro.

Was passiert aber, wenn Sie älter werden – 90, 95 oder gar 100 Jahre? Bei Anwendung der gleichen simplen Formel sinkt die Rente dann natürlich erheblich. Wenn die 100.000 Euro nicht 20, sondern 40 Jahre reichen müssten, stünden Ihnen monatlich nur noch 208 Euro zur Verfügung. Das ist eine riskante Gleichung mit einer Unbekannten. Im Fachjargon spricht man dabei vom „Langlebigkeitsrisiko“.

Eine heute 65-jährige Frau hat eine 57,8 prozentige Wahrscheinlichkeit, 90 Jahre alt zu werden und eine knapp 15 prozentige Wahrscheinlichkeit, Ihren einhundertsten Geburtstag zu erleben.


Wir werden also länger leben, als wir denken – vor allem Dank des medizinischen Fortschritts. Mit jedem Jahr, das wir „überleben“, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, noch älter zu werden. Doch die meisten Menschen unterschätzen ihre Lebenserwartung dramatisch. Als Konsequenz daraus muss das Kapital, das eigentlich 20 Jahre hätte reichen sollen, plötzlich 30 oder noch mehr Jahre halten.

Die Überlebenswahrscheinlichkeit– steinalt wird zur Regel

Das „Kopfkissen-Prinzip“ – eine Gleichung mit mehreren Unbekannten

Wer sein Geld auf ein Sparkonto packt und monatlich etwas abhebt – auch „selbstorganisiertes Entsparen“ genannt – hat daher  alles andere als eine sichere Rente, nicht nur weil es bessere Anlagemöglichkeiten gibt. Nach Abzug der Inflation ist der Sparbuch-Zins negativ, so dass die Kaufkraft weniger wird.

Da niemand weiß, wie alt er tatsächlich wird, ist es schwierig, sich eine angemessene Rente auszuzahlen. Wer die verbleibende Lebenszeit unterschätzt, wird im hohen Alter wahrscheinlich mit einer sehr kleinen Rente auskommen müssen. Wer sie überschätzt, hat im Ruhestand eventuell zu bescheiden gelebt.

Auch sonst ist die „Do-it-yourself“-Lösung riskant. Warum?

  1. Die Zinssätze bei Sparbücher, Festgeld, etc. sind seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. Zudem verringert die Inflation die Kaufkraft dieses Geldes.
  2. Vor allem zu Beginn der Rentenzeit, wenn das Depot noch gut gefüllt ist, neigt manch einer dazu, sich größere Wünsche zu erfüllen. Der Kauf einer neuen Küche, der Oldtimer, die lang ersehnte Kreuzfahrt, usw. Was am Anfang euphorisch entnommen wurde, fehlt am Ende oft schmerzlich; insbesondere dann, wenn Extrakosten z.B. durch eine auftretende Pflegebedürftigkeit entstehen. Je länger man lebt, desto ungemütlicher kann es später werden.
  3. Auch das andere Extrem ist verbreitet: „Hilfe, es muss noch lange reichen!“, mag der übervorsichtige Rentner denken – und gönnt sich weniger als er könnte.

Fazit: Das Modell des selbstorganisierten Entsparens birgt viele Gefahren!

Flexible Renten – Ein Ausweg?

Die Finanzbranche hat die Zeichen der Zeit erkannt und stimmt ihre Angebote auf die Ziele, Wünsche und Anforderungen der Kundengruppe 55+ ab. Diese Kunden erwarten vor allem eines: Sicherheit.

Die sogenannten flexiblen Renten erfüllen zum einen den Wunsch nach einer regelmäßigen Auszahlung und bedienen gleichzeitig das wichtige Sicherheitsbedürfnis. Denn der Kunde weiß in diesem Fall, wie viel ihm monatlich zur Verfügung steht und kann ein Leben lang mit diesem Einkommen rechnen.

Flexible Rente versus Entnahme aus einem Depot

Die Vorteile einer flexiblen Rente gegenüber einer Entnahme aus einem Depot liegen klar auf der Hand: Wenn bei einer festen Verzinsung und immer gleichen Entnahmerate das Kapital bei einem klassischen Depotentnahmeplan irgendwann aufgebraucht ist, fällt das regelmäßige Einkommen weg. Bei einer flexiblen Rente hingegen zahlt der Versicherer die Rente, egal wie lange man lebt. Diese moderne Form der Kapitalanlage vereint das Beste aus beiden Welten: die Flexibilität eines Depots mit der Sicherheit einer lebenslang garantierten Rente aus einer Versicherung.


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